Zum Anhören: Mitschnitt der DA-Podiumsdiskussion zu Krise und Revolte
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Erschienen in: Direkte Aktion 193 – Mai/Juni 2009

Film ab!

Die Auseinandersetzung mit dem Berliner Kino Babylon Mitte geht in die nächste Runde

— abgelegt unter:

Prekäre Arbeitsverhältnisse gelten in den Chefetagen der Republik – und nicht nur dort – gemeinhin als beliebte Garanten einer zahmen Belegschaft. Dass es auch anders geht, zeigten die Beschäftigten des Berliner Kinos Babylon Mitte (siehe DA #192). Gebährte sich die Geschäftsleitung des Lichtspielhauses anfangs noch siegessicher, ignorierte die Forderungen und entließ sogar einen Kollegen der FAU-Betriebsgruppe eine Woche vor Greifen des besonderen Kündigungsschutzes, musste sie alsbald einsehen, mit wem sie sich angelegt hatte und wozu die FAU als Gewerkschaft im Stande ist.

Allein in der ersten Woche gingen somit bei der Geschäftsleitung über hundert Protestschreiben ein. Auch die auf dem Blog der kämpfenden Belegschaft veröffentlichte Solidaritätserklärung, mit der mittlerweile gut 300 UnterzeichnerInnen die Kinobelegschaft in ihren Forderungen unterstützen, dürfte der Geschäftsleitung nicht sonderlich geschmeckt haben. Die massive Solidarität hat somit nicht nur gezeigt, dass die Versuche umsonst waren, sich immer noch als alternatives Programmkino, von herzlosen Gewerkschaftern mit überzogenen Forderungen belangt, zu präsentieren. Sondern auch, dass die KollegInnen in ihrem Kampf nicht allein stehen.

Ungeachtet aller Einschüchterungsversuche hat sich die Belegschaft des Babylon auf der letzten Betriebsversammlung, bei der auch zwei Vertreter der FAU Berlin als im Betrieb vertretener Gewerkschaft anwesend waren, hinter ihren gekündigten Kollegen gestellt und arbeitet mit der FAU weiter konkrete Forderungen aus. In einem nächsten Schritt soll nun gemeinsam mit der Belegschaft ein Haustarifvertrag entworfen und der Geschäftsführung vorgelegt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Geschäftsleitung aus den vergangenen Mobilisierungen ihre Lehren gezogen hat. Denn eins sollte mittlerweile zu den taubsten Ohren vorgedrungen sein: die FAU ist eine Gewerkschaft, die wirklich kämpft.

Lars Röhm

Aktuelle Infos zum Konflikt: www.prekba.blogsport.de

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