Zum Anhören: Mitschnitt der DA-Podiumsdiskussion zu Krise und Revolte
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Erschienen in: Direkte Aktion 196 – Nov/Dez 2009

Tödliche Arbeitsunfälle

— abgelegt unter:

Im ersten Halbjahr 2009 ist die Zahl der Arbeitsunfälle um 10% zurückgegangen. Grund: die Kurzarbeit. Wo weniger gearbeitet wird, werden weniger Menschen verstümmelt oder getötet. Dennoch bleiben Arbeitsunfälle epidemisch: im ersten Halbjahr gab es ihrer ca. 430.000. Tödliche sind allein in Berlin knapp 200 zu zählen. Gleichzeitig stiegen die Wegeunfälle auf 93.000 an. Weiterhin gab es ca. 32.000 Fälle mit Verdacht auf Berufskrankheiten.

Diese Zahlen stehen für einen alltäglichen Krieg, der in den Betrieben stattfindet. Um dieses Blutbad in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, werden sich wohl diverse FAU-Gruppen im kommenden April am Worker´s Memorial Day, dem Kampftag für sichere Arbeitsbedingungen, beteiligen. In der Direkten Aktion soll schon mal ein kleiner Beitrag geleistet und die Anonymität etwas aufgebrochen werden. Exemplarisch seien hier ein paar tödliche Arbeitsunfälle aus den letzten Wochen genannt:

9.9. | Stadtallendorf (Hessen) | Eisengießer vom Deckel eines Industrieofens erschlagen +++ 10.9. | Berlin-Ruhleben | Drei Männer von Hebebühne auf BSR-Müllverbrennungsanlage erschlagen +++ 13.9. | Lindlar (NRW) | Mann von Metallplatte (1,4 t) bei Edelstahlfirma Schmidt & Clemens erschlagen +++ 16.9. | Meldorf (SH) | Mann in Firma für Fenster- und Solarbau von Eisenplatte erschlagen +++ 17.9. | Bottrop (NRW) | Auslieferungsfahrer beim Entladen von Palette erschlagen +++ 23.9. | Oranienburg (b. Berlin), Arbeiter einer Garten- u. Landwirtschaftsfirma von Leiter gestürzt (25 m) +++ 23.9. | Weißenburg (Bayern) | Arbeiter einer Gartenbaufirma beim Heckenstutzen tödlich von Mauer gestürzt +++ 23.9. | Dresden | Arbeiter auf Firmengelände von rollendem Gabelstapler in den Tod gerissen +++ 25.9. | Duisburg | Produktionsmitarbeiter in Rhein-Ruhr-Halle bei Höhenarbeiten zu ZDF-Show-Vorbereitung in Tiefe gestürzt +++ 25.9. | Datteln (NRW) | Arbeiter bei Bauarbeiten an E.ON-Kraftwerk 28 m tief gestürzt +++ 30.9. | Lippstadt (NRW) | Bauarbeiter auf dem Gelände der Rothe Erde GmbH von abrutschendem Doppel-T-Träger (500 kg) erschlagen +++ 2.10. | Biberach (Schwaben) | Mann bei Gerüstarbeiten an Hochhaus in Tiefe gestürzt (7. Stock) +++ 5.10. | Leichlingen (NRW) | Bauarbeiter von umfallender Hauswand begraben +++ 12.10. | Bötzingen (BW) | Schlosser beim Automobilzulieferer Peguform von Maschine eingeklemmt.

Holger Marcks

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