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Berlin: Bewegung und Klasse – Fritz Kater zum 150. Geburtstag
Am Fr, 20. Januar um 19.00 Uhr | Ort: FAU-Lokal, Lottumstr. 11 (nahe U2 Rosa-Luxemburg-Platz)
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20.01.2012 von 19:00 bis 21:30 |
| Wo | FAU-Lokal, Lottumstr. 11 (nahe U2 Rosa-Luxemburg-Platz) |
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„Ich war Maurer und Hausschlächter. Habe auf dem Felde und in Zuckerfabriken gearbeitet. War schon 1889 in Magdeburg Maurerpolier und als solcher der erste Mann auf dem Bau. Dasselbe später in Berlin. Habe immer den besten Lohn verdient. Alle diese Stellungen aber der Bewegung wegen immer wieder aufgegeben. Und für weit geringeren Lohn diese notwendigen Arbeiten ausgeführt. Leider ist man dabei nicht jung geblieben, jung wohl an Geist und Seele, leider nicht an Jahren.“
Mit diesen schlichten Worten bilanzierte Friedrich „Fritz“ Kater (1861-1945), dessen Geburtstag sich im Dezember zum 150sten Male jährte, 1930 sein Leben. Und weiter: „Ich sage so ungern etwas über mich. Als ich zum ersten Male Kropotkins Memoiren las, stand ein Großer vor mir, wie ich noch keinen in seinen Lebenserinnerungen angetroffen habe. Er stellt sich dort nur als Sache[,] nicht aber als ‚Ich’ dar. So möchte ich mein Leben und Tun auch schildern können. Ob mir das aber gelingen wird? Das bezweifle ich. Dazu bin ich nicht Schriftsteller genug[,] und es wird sich auch kaum ein Verlag finden, der mein Geschreibsel der Lesewelt zugängig macht. Na kommt Zeit, kommt Rat.“
Katers Leben harrt – sieht man einmal von Rudolf Rockers Würdigung ab – immer noch seines Biographen. Das ist umso erstaunlicher, als er wie kaum ein anderer in der Geschichte einer von sozialistischen und freiheitlichen Grundsätzen inspirierten Gewerkschaftsbewegung merkbare Spuren hinterlassen hat. Nie agierte er vordergründig, aber immer politisch. Seine eigene Entwicklung vollzog sich langsam, zu langsam, wie er selbst später konzedierte. Erst 1907 trat er aus der SPD aus, mit der Begründung, Antiparlamentarier, Syndikalist und für die direkte Aktion der Arbeiterklasse zu sein. 33 Jahre, von 1897 bis 1930, prägte er als Vorsitzender die syndikalistische bzw. die anarchosyndikalistische Bewegung als einer wirtschaftlichen Kampforganisation und einer kulturradikalen Bewegung zugleich, erlebte ihren Aufstieg zu einer regionalen Massenbewegung und schließlich auch ihren numerischen Abschwung.
Der Referent fragt nach Kontinuitäten und biographischen Brüchen, zeichnet Einflűsse und Quellen von Katers Denken und Handeln auf, untersucht Entwicklungen und Tendenzen – entlang der Geschichte der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften (FVdG) und der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD).
Eintritt: frei
Weitere Informationen: http://www.fau.org/berlin
Organisiert von: FAU Berlin




















