Für weitere Veranstaltungen: Terminübersicht
Berlin: Kampf um Kündigungen – Menschenwürde und Arbeitswelt in der Krise
Am Di, 1. Juni 2010 um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65, 10961 Berlin (U 1/6/15: Hallesches Tor, U6/7: Mehringdamm; Bus M41/248: Blücherstr.)
Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung
Nach 31 Jahren wurde die Kaiser's-Kassiererin „Emmely“ fristlos gekündigt: Wegen des Verdachts, sie habe Pfandbons im Wert von 1,30 € falsch abgerechnet, sei Kaiser's Vertrauen zu ihr unwiderruflich zerstört. Tatsächlich hatte sie den ver.di Streik in ihrer Filiale organisiert und sich nicht klein kriegen lassen. Der Fall schlug Wellen, seitdem reißen die Berichte über ähnliche Fälle nicht mehr ab.
Die Arbeitsrechtsprechung, die Bagatell- und Verdachtskündigungen erfunden und jahrzehntelang durch gewunken hat, steht dafür nun öffentlich unter Rechtfertigungsdruck. Endlich. Aldi zieht eine Kündigung wegen einer Packung Damenbinden zurück ― aus Angst vor dem Medienecho. Aber was ist mit den 17 (!) Verdachtskündigungen im „Plus-Logistik-Zentrum“ im sächsischen Ottendorf-Okrilla? Eine Altenpflegerin erreicht einen Vergleich nach der fristlosen Kündigung wegen wegzuwerfender Maultaschen und die Medien loben dies als ausgewogen!? Die Oppositionsfraktionen bringen Gesetzentwürfe in den Bundestag ein, doch wie weit gehen die eigentlich?
Wir wollen mit dieser Veranstaltung über die Argumente der KritikerInnen von Bagatell- und Verdachtskündigungen informieren und zu einer gemeinsamen Verständigung über das Problem und die Lösungsalternativen kommen.
ReferentInnen:
- Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
- Ingrid Artus (Industiesoziologin)
- Klaus Hennemann (Arbeitsrichter a. D., Sprecher der Fachgruppe Arbeitsrecht der Neuen Richtervereinigung)
- Dieter Deiseroth (Richter am Bundesverwaltungsgericht)
- Wolfgang Schorlau (Krimiautor)
Moderation: Renate Hürtgen (Historikerin)
Veranstalter:
- Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt
- Arbeitskreis „Arbeit-Teilhabe-Gerechtigkeit“ in der Evangelischen Kirche
- Komitee „Solidarität mit Emmely“
Eintritt: frei
Kontakt: mail(a)emmely.org
Informationen: www.emmely.org




















