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Berlin: Nächster Prozesstermin im Kampf für Gewerkschaftsfreiheit
Am Di, 16.2. um 10.30 Uhr im Saal 233 des Landesarbeitsgerichts, Magdeburger Platz 1, U1 Kurfürstenstrasse / U2, 3, 4 Nollendorfplatz
Am 16. Februar 2009 geht es in die nächste Runde in Sachen Gewerkschaftsfreiheit in Deutschland. Im Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg wird über die Frage verhandelt, ob es der FAU Berlin untersagt bleibt, einen Boykott gegen das Babylon Mitte zu verhängen. Gegen das Urteil aus dem letzten Jahr hatte sie Berufung eingelegt. Dort wurde der FAU Berlin per Einstweiliger Verfügung der Boykott verboten, weil sie als angeblich „nicht tariffähige Gewerkschaft“ zu keinen Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen dürfe. Das bedeute konkret, dass Beschäftigten des Babylon Mitte untersagt wurde, über die Arbeitnehmerorganisation ihrer Wahl einen Haustarifvertrag zu erkämpfen.
Die Begründung der Einstweiligen
Verfügung, die FAU Berlin sei nicht tariffähig, betrachtet das
Landgericht Berlin wiederum als Grundlage, der FAU die letzten Rechte
als Gewerkschaft zu entziehen, also auch, sich als solche zu
bezeichnen. Ein mehrfacher Skandal: zum einen auch deswegen, weil
selbst nach deutschem Arbeitsgerichtgesetz Tariffähigkeitsfragen in
ordentlichen Hauptsacheverfahren geklärt werden müssen; zum anderen,
weil noch nie in der BRD einer Arbeitnehmervereinigung in einem
laufenden Arbeitskampf die Tariffähigkeit aberkannt wurde – und schon
gar nicht auf Ansinnen des Arbeitgebers. Bosse und Richter geben sich
somit die Hand und sorgen somit für ein de-facto-Gewerkschaftsverbot in
Deutschland, das zudem jederzeit Haftstrafen für FAU-VertreterInnen zur
Folge haben kann, falls sie es nur wagen sollten, das Wort
„Gewerkschaft“ in den Mund zu nehmen.
Unterstützt die FAU Berlin und die Beschäftigten des Babylon Mitte in
ihrem Kampf um das Recht, sich selbst zu organisieren, für sich selbst
zu sprechen und für sich selbst zu kämpfen. Gewerkschaften dürfen nicht
vorgeschrieben werden – was eine Gewerkschaft ist, wie und wo abhängig
Beschäftigte sich organisieren, bestimmen diese selbst, und weder deren
Chefs noch die von ihnen angerufenen Gerichte. Erscheint zahlreich zum
Gerichtstermin und sorgt durch eure Präsenz dafür, dass ein
Schauprozess erschwert wird. Auch das seltsame Verhalten impertinenter
Babylon-Bosse lässt sich aus nächster Nähe beobachten.
Weitere Infomationen auf www.fau.org/verbot



















