Benutzerspezifische Werkzeuge

Für weitere Veranstaltungen: Terminübersicht

Berlin: Podiumsdiskussion „Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung“

— abgelegt unter:

Am Sa, 30. Januar von 12-15 Uhr, Roter Salon / Volksbühne, Linienstraße 227, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

Was
  • Termin
Wann 30.01.2010
von 12:00 bis 15:00
Termin übernehmen vCal
iCal

Anlässlich des De-facto-Gewerkschaftsverbotes veranstaltet die FAU Berlin am 30.01.2010 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Neue Formen von Arbeit und kollektiver Organisierung“.

Es diskutieren u.a. Prof. Bodo Zeuner, Dr. Renate Huertgen, Jochen Gester, Willi Hajek und ein Vertreter der FAU-Betriebsgruppe des Kino Babylon.

Die Organisationskraft und die Mitgliedszahlen der deutschen DGB-Gewerkschaften sinken stetig. Und so ist der Ruf nach neuen Strategien zur Organisierung von sozialen und gewerkschaftlichen Kämpfen schon länger nicht zu überhören. Häufig sind es dieselben Sachzwänge, die das begrenzen, was für Gewerkschaften und was für soziale Bewegungen machbar ist oder machbar scheint.

Erwerbsverhältnisse werden atypisch und heterogen. Sie entsprechen immer seltener einem verbindlichen Modell, sie entbehren immer häufiger einer klaren Zeitstruktur, und sie sind schon lange keinen Weg mehr zur verlässlichen sozialen Absicherung. Dieser Wandel ist untrennbar von der Zunahme struktureller Arbeitslosigkeit. Deren Drohung verschärft das Machtgefälle am Arbeitsplatz, das zwar als sozialpartnerschaftliches Arrangement dargestellt wird, jedoch viel eher eine Machttransformation zugunsten der Kapitalseite ist.

All dies führt dazu, dass betriebliche Interessenvertretung und kollektive Organisierung im prekären Dienstleistungsbereich, wenn überhaupt, nur unter ausgesprochen schwierigen Bedingungen stattfinden. Die Ausbreitung sogenannter „betriebsratsfreier Zonen“ und die Tatsache, dass atypisch Beschäftigte über keine betrieblichen Mitbestimmungsrechte und betriebsrätlichen Vertretungsansprüche verfügen, haben die Effektivität des deutschen Gewerkschaftsmodells erheblich verringert.

Am Beispiel des Arbeitskampfes im Berliner Kino Babylon zeigt sich aktuell was passiert, wenn die Beschäftigten versuchen Ihre Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen: Zusammen mit der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU), in der Teile der Belegschaft organisiert sind, wurde ein Tarifvertragsentwurf erarbeitet und der Geschäftsführung vorgelegt. Diese reagierte mit Ablehnung, der Einschaltung von Verdi als Verhandlungspartner ihrer Wahl und schließlich mit dem gerichtlichen Vorgehen gegen die FAU Berlin. Infolgedessen wurden der FAU Berlin gerichtlich Arbeitskampfmaßnahmen untersagt und schließlich gar das Recht abgesprochen, sich überhaupt Gewerkschaft nennen zu dürfen.

Die Podiums-Diskussion soll der Frage nachgehen, wie man sich als ArbeitnehmerIn selbst organisieren kann. Dabei stellen sich insbesondere Fragen zur Lage und Perspektive der Gewerkschaften im 21.Jahrhundert sowie zur rechtlichen und politischen Situation. Was bedeutet die Atypisierung von Beschäftigung für Gewerkschaften und deren Organisationsformen? Folgt dem Modell der Massengewerkschaft eine der neuen Arbeitswelt entsprechende Organisationsform? Welche Alternativen gibt es? Wie können wir dem allgegenwärtigen Ausspielen von Arbeitnehmer- gegen Arbeitgeberinteressen entgegentreten?

Das Thema soll dabei von bürgerrechtlicher, gewerkschaftlicher und juristischer Seite her betrachtet und Perspektiven und Widerstände für eine Selbstorganisation aufgezeigt werden.

Panel 1: Partizipation und gewerkschaftliche Organisationsformen
Renate Hürtgen, Jochen Gester, Holger Marcks, Joachim Schulte

Panel 2: Gewerkschaftliche Alternativen und ihre Umsetzung
Willi Hayek, Bodo Zeuner, Klaus Stähle, Andreas Heinze

 

Es diskutieren:

Willi Hajek
Autor und Journalist, Berlin

Dr. Renate Hürtgen
Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

Jochen Gester
Politologe und Mitglied des Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall.Berlin,

Prof. Dr. a.D. Bodo Zeuner
Politologe, ehem. Hochschullehrer für den Berufsfeldbereich Politische Erwachsenenbildung am Otto-Suhr-Institut, Berlin

Klaus Staehle
Jurist Berlin, vertritt die FAU Berlin

Joachim Schulte
Rechtsanwalt in der Kanzlei Knaup,Bochum, welche u.a. mit Günther Wallraff zusammenarbeitet.

Holger Marcks
FAU Berlin

Andreas Heinze 
FAU-Betriebsgruppe Kino Babylon

 

Weitere Infos auf www.fau.org/verbot


Artikelaktionen
  • Versenden
  • Teilen
  • Drucken
Kommentare
Bislang gibt es noch keine Kommentare.
Eigenen Kommentar hinzufügen

Wir freuen uns über Kommentare! Dein Kommentar wird als unformatierter Text dargestellt. Bitte auch unsere Hinweise beherzigen.
Da wir sehr viel Spam erhalten, wird dein Kommentar freigeschaltet (moderiert).

(Erforderlich)
Weitere Artikel
Betrieb & Gesellschaft
Hintergrund
Globales
Zeitlupe
Kultur
Termine
- Anzeigen -
Linksnet – Portal für linke Politik und Wissenschaft
Infopartisan – Portalseite für linke Politik
IT'S TIME TO ORGANIZE
FAU Logo
Die FAU ist eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft, die aus Lokalföderationen und Syndikaten besteht.
Join the union…
RSS-Feeds

Alles:
RSS-Feed Artikel | RSS-Feed Termine (auch als iCal-Feed iCal)

Nur einzelne Rubriken:
RSS-Feed Betrieb & Gesellschaft | RSS-Feed Kultur
RSS-Feed Hintergrund | RSS-Feed Globales | RSS-Feed Zeitlupe

Folge uns auf

Direkte Aktion – Zeitung:
Twitter DA Facebook DA

FAU – Basisgewerkschaft:
Twitter FAU Facebook FAU