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Berlin: Workers´ Memorial Day
Am Mittwoch, 28. April 2010 um 15:30 Uhr, Vor dem BZA, Friedrichstr. 200 (Start)
Tode – Verstümmelungen – Krankheiten – Vergiftungen – Burnouts –
Psychosen – Suizide… Kapitalismus tötet und zerrüttet jährlich die
Existenz von Dutzenden Millionen Menschen. Durch Lohnarbeit werden mehr
Menschen getötet und verletzt als in Kriegen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Alle 15 Sekunden stirbt
ein Mensch durch einen Arbeitsunfall (über zwei Millionen im Jahr);
über 250 Millionen Menschen erleiden Verletzungen bei der Arbeit; über
150 Millionen entwickeln Berufskrankheiten, fast eine halbe Million
wird tödlich vergiftet; die Fälle von Burnout, psychischen Krankheiten
und Suiziden aufgrund von Lohnarbeit schießen in die Höhe. Allein in
Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich, auf der Arbeit, auf
dem Weg dorthin oder an den Spätfolgen von ihr. Täglich ereignen sich
hierzulande tausende Arbeitsunfälle.
Während global durch nachholende Industrialisierungsprozesse und
durch zunehmende Proletarisierung dieser blutige Trend verschärft wird,
ist die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland zuletzt zurückgegangen.
Einfach deshalb, weil durch Krise und Kurzarbeit weniger gearbeitet
wurde. Dafür nimmt im Klima des wachsenden Leistungsdrucks die Zahl von
lohnarbeitsbedingten Burnouts und Psychosen drastisch zu.
Die Knochenmühle der besonderen Art stellt in Deutschland die
Leiharbeit dar. Das Risiko für LeiharbeiterInnen, einem Arbeitsunfall
zum Opfer zu fallen, ist drei Mal so hoch, wie das für
Stammbelegschaften, bedingt durch hohe Fluktuationen, erhöhten
Profitabilitätsdruck und schlechte Materialausstattung. Auch die
psychische Belastung ist für die prekären und gehetzten
LeiharbeiterInnen besonders hoch.
Gegen all diese Missstände richtet sich der Workers Memorial Day.
Alljährlich wird er am 28. April auf der ganzen Welt begangen. An ihm
gedenken Menschen der Opfer des kapitalistischen Alltags und kämpfen
für sichere Arbeitsbedingungen. Die FAU Berlin schließt sich den
globalen Aktivitäten an und ruft zur Beteiligung auf. In einem
Stadtrundgang mit Redebeiträgen werden am 28. April in Berlin die drei
großen Leiharbeitsverbände sowie die Arbeits- und
Wirtschaftsministerien besucht, um auf den brutalen kapitalistischen
Alltag aufmerksam zu machen. Musikalischer Support: Geigerzähler.
Los geht’s vor dem Bundesverband Zeitarbeit, in der Friedrichstr. 200 (nahe U6 Stadtmitte), um 15.30 Uhr.
Weiter Infos: www.fau.org/berlin




















