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Darmstadt: Anarchie und Sex
Am Mittwoch, 7. April 2010 um 18 Uhr, halkevi, Luisenstr. 2, Damtstadt
Dieser Vortrag befindet sich noch in der Entstehung. Es geht einerseits
um so alltagliche Probleme wie 'Liebe' und 'Eifersucht', Fragen nach
Zwei- und Mehrsamkeit, Sado-Maso-Praktiken, Hetero-, Homo-, Auto-, Bi-
und Multisexualität, sowie Genderfragen nach Sinn und Unsinn von
sozialem und biologioschem Geschlecht, .....
Vorwort: Die Idee zu
diesem Vortrag hatte ich bei einer Veranstaltung in Salzburg. Im
Anschluss an den Vortrag “Anarchie und Strafe - zur Zukunft des
Knastsystems in der Anarchie” diskutierten die anwesenden Menschen sehr
schnell über Sex, Gender, SM-Praktiken u.v.a.m. Diese Diskussion zeigte
mir einerseits, dass es großes Interesse am Thema Sex* gibt und
andererseits, dass es, trotz zahlreicher analytischer Beschäftigungen
mit dem Thema, allerlei Unsicherheiten gibt. Mein Vortrag wird sicher
nicht in der Lage sein alle Frage zu beantworten (oder auch nur anzureißen) aber ich hoffe doch einige sachlich-sinnliche Hinweise geben zu
können. Aber was macht uns eigentlich beim Thema Sex so unsicher und
vor allem, was hat Sex mit Anarchie zu tun?
Mit Konstantin Wecker (“Freiheit, das heißt keine Angst haben vor
nichts und niemand“) möchte ich die Frage nach dem Zusammenhang von Sex
und Anarchie vorerst beantworten. Gleichzeitig habe ich hier auch eine
gute Überleitung zu der Antwort auf die Frage, was uns denn beim Thema
Sex so unsicher macht. Meiner Ansicht nach ist es Angst. Angst vor
Strafe, vor Verlust, vor abweichendem Verhalten, vor Unkenntnis, vor
ungewolltem Verhalten usw. usf.
Spätestens ab der Pubertät beschäftigen wir uns alle mehr oder
weniger mit Sex. Aber schon vorher werden wir in unsere
Geschlechterrollen gedrängt. Zum Teil operativ, zum Teil durch die
Konfrontation mit Rollenbildern und “kindgerechtem” Spielzeug. Doch
zurück zur Pubertät. Wir fangen an uns selbst, unseren Körper, unsere
Lust zu erkunden. Schon hier tragen viele von uns ein ganzes Netzwerk
von Schuldgefühlen mit sich herum, fühlen einen Widerspruch zwischen
dem was sie fühlen und dem was ihnen beigebracht wurde. Die Entdeckung
des anderen (das meine ich nicht geschlechtlich, sondern rein
numerisch) macht die Angelegenheit oft nicht leichter. Woher sollen wir
wissen was das gegenüber (denkt euch ruhig den Plural dazu) mag und
möchte? Müssen wir gesetzte Grenzen in alle Ewigkeit akzeptieren oder
dürfen wir sie überschreiten und wenn ja, wie?
Wie wirken sich (für die Intellektuellen unter uns)
gesellschaftliche Realitäten wie Staatlichkeit (im weitesten Sinn!) und
Kapitalismus auf unsere Sexualität und die Konstruktion/Dekonstruktion
der Geschlechterrollen aus? Ist es ok Pornos zu schauen? Was passiert
eigentlich im Pornokino? Darf ich beim Sex schlagen, fesseln, befehlen?
Ist Monogamie in Ordnung? Woher kommt meine Eifersucht? Warum sitzen
die Kerle im Zug immer so, das auf dem Viersitzer kein Platz mehr für
mich ist? Welchen Sinn oder Unsinn machen Dinge wie soziales und
biologisches Geschlecht und wie wird das bestimmt? Geht Sex ohne Liebe?
Was ist mit Beschneidung? Und nochmal: Was hat das alles mit Anarchie
zu tun? Ist das ganze nicht einfach nur eine private Angelegenheit?
* Wenn ich von Sex schreibe, denke ich Gender und alle anderen
Aspekte gleich mit. Ich möchte der schriftstellerischen Einfachheit
halber, Sex nicht einfach nur als Geschlechtsakt verstanden wissen.
Vielmehr als Überschrift für ein Netzwerk verschiedenster Begriffe.




















