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Hannover: Außer Kontrolle! Oder: Wer profitiert vom Überwachungswahn?
Am Di, 29.06.2010 20:00, UJZ Kornstrasse 28-30, 30167 Hannover
Zur Herausbildung eines Sicherheitsindustriellen Komplexes
Die Industrie hat großes Interesse, möglichst viel und immer weitergehende Überwachungsdienstleitungen und -technologien zu vermarkten. Damit Bedrohungsszenarien aufrecht erhalten werden können, dürfen Technologien grundsätzlich NICHT ihr repressives Ziel erfüllen. Alles andere wäre auch verkaufsschädigend.
Um diesen Kreislauf erst gar nicht zu durchbrechen, werden immer neue Bedrohungen „entdeckt“. Das Spektrum der Verdächtigen bzw. Vektoren (1) der Bedrohung wird dabei auf immer weitere Kreise ausgeweitet. Bis vielleicht irgendwann die Gesamtbevölkerung unter Generalverdacht steht.
Die Menschen fühlen sich allerdings um so bedrohter, um so mehr überwacht wird. Denn die Überwachung ist so ausgelegt, dass sie selbst immer neue bedrohliche Informationen und neue Bedrohungsszenarien erzeugt. Durch die Vielfalt an gesammelten Informationen, die sich beliebig zusammensetzen lassen, scheint jede/r verdächtig zu agieren und kurz vor einem verbrecherischen Akt zu stehen. Überwachung wird derart immer weiter in das Vorfeld verlagert. Zunehmend werden deshalb Verhaltensweisen kriminalisiert, die vor kurzem noch als völlig harmlos galten, etwa in Großbritannien das Rumgrölen Betrunkener auf der Straße.
Das Ganze führt also nicht, wie behauptet, zu effizienter Kontrolle, sondern eher zu einem völlig aus dem Ruder laufenden, eskalierenden Überwachungswahn.
Referent der Graswurzelgruppe Hannover
Eintritt: frei.
Weitere Informationen zur Veranstaltung auf der Homepage der FAU Hannover.
Anmerkung:
(1) Vektor: Träger von etwas, beispielsweise ein Krankheitsüberträger




















