Für weitere Veranstaltungen: Terminübersicht
Karlsruhe: Veranstaltung zur Situation in Griechenland
Am Mittwoch, 14. Juli 2010 um 19 Uhr, Viktoriastrasse 12 (Hinterhaus), 76133 Karlsruhe, Straßenbahnhaltestelle Mühlburger Tor oder Arbeitsagentur
Über das Sparprogramm, Streiks und Widerstand, die anarchistische
Bewegung und die politischen Entwicklungen und Perspektiven berichtet
Ralf Dreis, langjähriger Griechenlandkorrespondent für diverse linke
und anarchistische Zeitungen. Er arbeitet als Griechisch-Übersetzer,
pendelt zwischen Deutschland und Griechenland und ist Mitglied der
FAU-Frankfurt.
Die Ermordung des 15-jährigen Schülers Aléxandros Grigorópoulos
durch Polizeibeamte in Athen hatte im Dezember 2008 zu einem
beispiellosen sozialen Aufstand in Griechenland geführt. Heute,
anderthalb Jahre danach, hat sich die Lage auf den verschiedensten
Ebenen dramatisch zugespitzt.
Klandestine Organisationen propagieren die Aufnahme des
bewaffneten Kampfes, der Athener Szenestadtteil Exárchia befindet sich
faktisch unter Polizeibesatzung, Anschläge faschistischer/
parastaatlicher Gruppen auf MigrantInnen, besetzte Häuser,
anarchistische Treffpunkte haben erschreckende Dimensionen erreicht.
Das Land ist politisch gespalten und befindet sich am Rande des
wirtschaftlichen Abgrunds.
„Die Griechen“, so das in den bürgerlichen Medien vermittelte Bild,
sind korrupt und faul, haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse
gelebt, um danach ausgeruht mit 50 in Frührente zu gehen. In Erwartung
rettender deutscher Steuergelder besitzen sie jetzt die Frechheit gegen
dringend gebotene Lohnkürzungen zu streiken.
Das ressentimentgeladene Rauschen im deutschen Blätterwald ist die
Begleitmusik zur knallharten Durchsetzung des Stabilitäts- und
Wachstumspaktes in der Europäischen Union. In der Wirtschafts- und
Finanzpolitik steht das Land quasi unter Zwangsverwaltung. Denn in der
EU-Kommission geht die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone
um. Nicht nur die griechische Schuldenkrise gefährdet die Stabilität
der Gemeinschaftswährung, sondern der als Domino-Effekt befürchtete
Bankrott in weiteren Mitgliedstaaten.
Ein radikales Sparpaket wurde Anfang März verabschiedet. Das
Schuldendefizit soll vor allem durch Sozialabbau, Lohn-, und
Rentenkürzungen gedrückt werden.
Beginn ist am Mittwoch, 14.7.2010 um 19 Uhr in der Viktoriastrasse 12 (Hinterhaus), Karlsruhe
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Rosa-Luxemburg Clubs Rhein-Neckar-Karlsruhe und der Libertären Gruppe Karlsuhe.
Eintritt: Spende erwünscht
Weitere Infos: Libertäre Gruppe Karlsruhe




















