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Erschienen in: Direkte Aktion 201 – Sep/Okt 2010

Eulen und Licht ...

In Spanien befindet sich die CNT im Konflikt mit einem Subunternehmer

— abgelegt unter:

Das Allgemeine Syndikat der CNT in Córdoba befindet sich in einem wichtigen Arbeitskampf mit der Firmengruppe EULEN. Diese ist vorwiegend im Dienstleistungssektor aktiv und hat sich auf Tätigkeiten spezialisiert, die von Behörden und Konzernen ausgegliedert werden. Vor wenigen Jahren hat das Unternehmen mit Sitz in Spanien begonnen, international zu expandieren, und Büros in den USA, Portugal und Südamerika eröffnet. EULEN ist eine der Speerspitzen der Privatisierung im Bereich der sozialen Dienste und trägt maßgeblich zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei.

Der CNT ist es gelungen, Betriebsgruppen an drei Orten aufzubauen, wo EULEN für ausgegliederte Arbeitsbereiche zuständig ist: in der Zementfabrik Cosmos, beim schwedischen Multi ABB und in der Universität von Córdoba. In letzterer Einrichtung, wo EULEN für die Instandhaltung und die Gartenpflege zuständig ist, hatte die Auseinandersetzung der CNT mit EULEN begonnen. Dort hatte man zunächst die Universität wegen einer illegalen Arbeitnehmerüberlassung an den Subunternehmer verklagt, was Mitte April einen Gerichtsbeschluss zur Folge hatte, demzufolge die Universität den betroffenen Arbeiter wieder selbst beschäftigen musste.

In der Folge wurde eine CNT-Sektion im Vertragsbereich von EULEN bei ABB gegründet, wo der Subunternehmer an der Herstellung von Transformatoren beteiligt ist. Hier kam es zum Konflikt, weil der übliche Branchentarif keine Anwendung fand und durch Verträge mit niedrigeren Löhnen, schlechteren Arbeitsbedingungen und geringerem Arbeitsschutz ersetzt wurde. Außerdem wurden unterschiedliche Lohnskalen für Neu- und Altangestellte eingeführt.

Im Verlauf des Konflikts konnte die CNT einen Prozess gewinnen, der dazu führte, dass der eingeforderte Tarifvertrag zu gelten hat. Die CNT sah sich daraufhin damit konfrontiert, dass ein Aktivist aus ihrer Sektion ohne Begründung gefeuert wurde. Zwar musste die Firma letztlich vor Gericht zugeben, dass die Kündigung unsauber war, und zahlte eine Abfindung, doch eine Rücknahme der Kündigung, wie von der CNT gefordert, blieb aus. Die Firma leugnet dabei, dass es sich um eine Konfrontation mit der Gewerkschaft handelt und lehnt Gespräche mit dieser ab.

Da die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann die Wiedereinstellung nur durch direkte Aktionen und gegenseitige Hilfe erreicht werden. Die CNT in Córdoba hat deshalb zur internationalen Solidarität aufgerufen, um die Wiedereinstellung und die Anerkennung der Gewerkschaft, aber auch die Anwendung des üblichen Tarifes in der Cosmos-Fabrik durchzusetzen.

Henry Ortega Spina

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